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t e l i e r b e s u c h |
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Marlene Dammers liebt den flüchtigen Augenblick, das
Plötzliche und Unerwartete. Darauf zu reagieren verlangt
ihr ein Höchstmaß an Konzentration und handwerklicher
Standfestigkeit zugleich ab. Auf ihren Leinwänden, Pappen
und Holztafeln hält die 1950 in Düren geborene Künstlerin
Momentaufnahmen fest und bedient sich dabei einer entsprechend
kraftvollen Malerei, deren Spuren in Pinselhieben, Schraffuren
und Kratzern den flüchtigen Arbeitsprozess erkennen lassen.
"Jede Überlegung zerstört den Charakter des
Kunstwerks", betont Marlene Dammers, die gerne schnell
malt und dabei die Techniken der Malerei ausreizt.
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Ausgangspunkt
ihrer künstlerischen Auseinandersetzung sind menschliche
Körper, Akte und Porträts, die sie meist schemenhaft
in starken Konturierungen umreißt, wobei die Höhen
und Tiefen der Körperlandschaft durch den spontanen und
kraftvollen Farbauftrag allmählich zur energetischen
Farblandschaft zusammen wachsen. Marlene Dammers, die an der
Pädagogischen Hochschule in Aachen Kunst studierte, als
Pädagogin an der Montessori-Grundschule in Odenkirchen
tätig ist und in der Waldhausener Straße ihr Atelier
hat, nimmt den Akt als Ausgangspunkt ihrer Malerei, um sich
im nächsten Augenblick allmählich von ihm wieder
zu entfernen. Auf dem Weg vom Figürlichen zum Abstrakten
lässt sich der Körper nur noch erahnen.
An seine Stelle treten neue abstrakte Formen, Linien und Strukturen,
gestisch großzügig und souverän aufgetragene
Farbflecke und -flächen, die die Bildfläche in Beschlag
nehmen.
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Nicht nur in der kraftvollen und kontrastreichen Farbgebung
ist die Vorliebe von Marlene Dammers für Expressionisten
wie Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Edvard Munch
und Max Pechstein zu spüren. Auch in der Art, wie sie
sich von der restlichen Darstellung der Außenhaut löst
und in das innere Wesen der Körper vorstößt,
um zu einer neuen abstrakten Farb- und Formensprache zu finden,
lehnt sie sich stark an den Expressionismus an. Der Körper
ist nicht mehr Haut, Muskeln und Knochen, sondern Ausdruck
seelischer Befindlichkeiten. Darüber hinaus schätzt
sie zeitgenössische Künstler wie Baselitz und Lüpertz,
deren Malgestus sie für eigene Werke inspiriert.
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Immer
wieder überdeckt sie die Flächen neu, kratzt Farbe
ab, läßt Linien-geflechte aufeinanderprallen und
überlässt so das Bild sich selber. Auf dem Bildträger
entstehen Spannungsfelder, die in Reihungen, Strukturierungen
und Ornamenten Verstärkung finden. Dass Marlene Dammers
das klassische Handwerk beherrscht, zeigt ein Blick auf frühere
Arbeiten. Stilleben, Blumen und Porträts - überwiegend
in realistischer Manier gehalten - zeugen vom sicheren Umgang
mit der Farbe und lassen ihr geschultes Auge erkennen. Es
sind Pflichtübungen, zu denen sie sich hin und wieder
zwingt.
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Stärker
ausleben kann sie sich indes in der abstrakten Malweise, in
der Farben und Rhythmen entsprechend ihrer raschen und intuitiven
Malweise ihren Niederschlag auf der Leinwand finden. Begleiten
läßt sich Marlene Dammers durch Musik. Im Jazz
findet die Künstlerin den richtigen Resonanzboden für
das, was in ihren Bildern geschieht.
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